Stellt man zehn Menschen die Frage, wofür Nordrhein-Westfalen steht, bekommt man vermutlich elf Antworten. Karneval, Kohle, Borussia Dortmund, Industrie, Kölsch, Altbier, Mittelstand, Dom und rheinische Frohnatur gehören alle dazu.
Kaum ein Bundesland ist auf den ersten Blick so schwer auf einen Nenner zu bringen. Die Antwort auf die Frage nach dem Verbindenden führt zurück ins Jahr 1946.
Am 23. August 1946 gründete die britische Militärregierung das Land Nordrhein-Westfalen. Der Codename: Operation Marriage. Verheiratet wurden der nördliche Teil der Rheinprovinz und Westfalen, 1947 kam Lippe dazu.
Die Briten verfolgten vor allem ein praktisches Ziel: Das Ruhrgebiet sollte kontrolliert und stabilisiert werden. So entstand ein Land, das zunächst weniger Heimat war als politischer Rahmen.
Bergbau und Stahlindustrie veränderten ganze Regionen. Menschen kamen aus anderen Teilen Deutschlands, später aus polnischsprachigen Regionen Europas und aus zahlreichen weiteren Ländern.
Aus Arbeitsmigration wurden Nachbarschaften, aus Nachbarschaften Vereine und aus Vereinen Heimat. Das Ruhrgebiet wurde zu einem der bemerkenswertesten Integrationsräume Europas.
Die Briten schufen einen Verwaltungsraum. Die Menschen machten daraus Heimat. Aus einem Bindestrich-Land wurde ein Bundesland, weil Unterschiede nicht automatisch als Trennlinie verstanden wurden.
Vom 28. bis 30. August feiert das Land seinen Geburtstag beim NRW-Tag in Münster. Das Motto: Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.

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