Es ist einer der größten Widersprüche unserer Zeit: Wir sparen auf die Fernreise nach Thailand, reservieren Monate im Voraus einen Tisch in einem gehypten Restaurant und essen mittags eine Brezel im Auto auf dem Weg zum nächsten Termin.
Genuss scheint etwas zu sein, das wir uns für später aufheben. Für das Wochenende, den Urlaub oder irgendwann. Doch was macht Genuss eigentlich aus und braucht er wirklich einen besonderen Anlass?
Der World Happiness Report 2025 widmet dem gemeinsamen Essen ein eigenes Kapitel. Menschen, die häufiger gemeinsam essen, berichten von höherer Lebenszufriedenheit und stärkeren sozialen Beziehungen.
Entscheidend ist also nicht nur, was auf dem Teller liegt, sondern auch, wer mit am Tisch sitzt.
Der Oxford-Psychologe Charles Spence beschäftigt sich seit Jahren damit, wie Umgebung unsere Wahrnehmung von Essen verändert. Licht, Geräusche, Gerüche und Erwartungen beeinflussen, wie wir Geschmack erleben.
Für Genuss bedeutet das: Er entsteht im Zusammenspiel vieler Sinneseindrücke. Entscheidend ist nicht nur, was wir essen, sondern auch wo.
Einer der größten Feinde von Genuss passt in jede Hosentasche: das Smartphone. Gespräche werden weniger verbindend, vertrauensvoll und empathisch erlebt, wenn ein Handy sichtbar auf dem Tisch liegt.
Gemeinschaft lässt sich nicht buchen, Aufmerksamkeit nicht erzwingen. Trotzdem gibt es Orte, an denen vieles davon selbstverständlich zusammenkommt.
Die Poller Wiesen in Köln bieten Rheinblick, Sonnenuntergang und Platz für die Picknickdecke. Der Gertrudenhof in Hürth verbindet regionale Produkte, Hofladen und Sommerstimmung unkompliziert mit einem kleinen Ausflug.


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